Neue Hummelart für Westeuropa

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  Hummel
Bombus semenoviellus Skorikov
  Verbreitungskarte
Die bisher bekannten Fundpunkte (rot) der neuen Hummelart (Stand: 2004)
 

Im Jahr 2000 meldete ich den Fund einer neuen Hummelart für Westeuropa, Bombus semenoviellus Skorikov 1910.

In der 5. Auflage des Buches "Hummeln bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen" (von Hagen 2003: 14) wird die sensationelle Einwanderung einer neuen Hummelart nur in einem kurzen Absatz abgehandelt. Das entsprechende Literaturzitat ist verdreht und fehlt außerdem im Literaturverzeichnis. Somit ist es der Leserschaft des Buches unmöglich, sich die Publikation in bembiX 13: 21-24 zu beschaffen, die über das Aussehen der Hummel, über ihre Erkennungsmerkmale, Lebensweise und Verbreitung informiert.

Die kleine, flinke, vereinzelt erscheinende Hummel breitet sich in meinem Untersuchungsbereich (südöstliches Schleswig-Holstein) zusehends aus, neue Fundpunkte: Curauer Moor, N Bad Schwartau 1 A 13.7.2003; Sterleyer Heide (Waldlichtung), SE Ratzeburg 1 A 2.6.2004. Mittlerweile sind mir auch Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern bekannt und solche in Niedersachsen stehen ganz außer Zweifel. Sie scheint eher feuchte Bereiche zu bevorzugen, zum Beispiel Moore, Ufer, Waldlichtungen.

Die bisher für unsere Fauna fremde Hummelart erinnert hinsichtlich Körpergröße und Färbung an Bombus jonellus (Kirby).

Die Männchen sind aufgrund ihres Genitals unverwechselbar: Die Volsellen sind sehr lang (bei B. jonellus sehr kurz) und die Gonostyli sind auf der Innenseite gezähnt (bei B. jonellus ungezähnt). Die Unterscheidung der Königinnen und Arbeiterinnen von B. jonellus und B. semenoviellus ist ganz einfach.

Der mit meinen Angaben erweiterte Mauss-Schlüssel (1987) mit 10 eigenen Abbildungen liegt als pdf-Datei vor. Mit der rechten Maustaste hier anklicken und herunterladen (80 KB).